Kategorie: News – Aktuelles

  • KOMPASS‑Förderung: Bis zu 4.500 Euro für Solo-Selbstständige

    KOMPASS‑Förderung: Bis zu 4.500 Euro für Solo-Selbstständige

    Freiberufler und Solo‑Selbstständige stehen vor einer besonderen Herausforderung: Sie müssen ihr Geschäftsmodell ständig weiterentwickeln, tragen Weiterbildungskosten dafür aber vollständig selbst. Genau hier setzt die KOMPASS-Förderung – Kompakte Hilfe für Solo‑Selbstständige an. Das Programm unterstützt gezielt Weiterbildungen und Qualifizierungen, die die Zukunftsfähigkeit und Krisenfestigkeit der Selbstständigkeit sichern. Unter bestimmten Voraussetzungen sind bis zu 90 % Zuschuss, maximal 4.500 Euro, möglich.

    Was beinhaltet das Förderprogramm KOMPASS?

    KOMPASS ist ein bundesweites Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und wird über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) mitfinanziert. Ziel ist es, Solo‑Selbstständige durch individuell ausgewählte Weiterbildungen langfristig zu stärken.

    Gefördert werden Qualifizierungen, die:

    • das bestehende Geschäftsmodell absichern oder weiterentwickeln,
    • neue Kompetenzen vermitteln (z. B. Digitalisierung, Marketing, BWL),
    • die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

    Wer kann die KOMPASS‑Förderung nutzen?

    Förderberechtigt sind Solo‑Selbstständige und Freiberufler im Haupterwerb. Das bedeutet konkret:

    • mindestens 51 % der Einkünfte stammen aus selbstständiger Tätigkeit,
    • Wohnsitz und Geschäftstätigkeit in Deutschland,
    • die Selbstständigkeit besteht seit mindestens zwei Jahren,
    • es sind maximal 1 Vollzeitäquivalent (1 VZÄ) an Mitarbeitenden beschäftigt,
    • die De‑minimis‑Grenze von 300.000 Euro innerhalb von drei Steuerjahren wird nicht überschritten.

    Wichtig für kleine Unternehmen:
    Unternehmen mit mehreren Mitarbeitenden sind nur dann förderfähig, wenn sie faktisch einer Solo‑Struktur mit höchstens 1 VZÄ entsprechen. Kleinunternehmen mit mehr Beschäftigten fallen in der Regel nicht unter KOMPASS.

    Welche Weiterbildungen werden gefördert?

    Gefördert werden Weiterbildungen bzw. Qualifizierungen, die der Sicherung oder Weiterentwicklung der beruflichen Existenz dienen.

    Zentrale Kriterien:

    • Mindestumfang: 20 Stunden
    • Abschluss innerhalb von sechs Monaten
    • Interaktive Lernform (Präsenz oder Live‑Online)
    • professioneller Anbieter mit Teilnahmezertifikat

    Typische förderfähige Inhalte sind:

    • betriebswirtschaftliche Kenntnisse (Kalkulation, Controlling, Finanzierung),
    • digitale Kompetenzen (Online‑Marketing, Social Media, KI‑Schulungen),
    • methodische Fähigkeiten (Projektmanagement, Präsentation),
    • berufsspezifische Fachqualifikationen,
    • persönlich‑soziale Kompetenzen mit klarem Businessbezug.

    Nicht gefördert werden z. B. reine Selbstlern‑Videokurse oder gesetzlich vorgeschriebene Pflichtqualifikationen.

    Wie hoch ist die Förderung?

    Die KOMPASS‑Förderung ist besonders attraktiv:

    • Förderquote: bis zu 90 %
    • Maximale förderfähige Kosten: 5.000 Euro netto
    • Maximaler Zuschuss: 4.500 Euro
    • Eigenanteil: mindestens 10 %
    • Förderung: einmal innerhalb von 12 Monaten möglich

    Die Kosten sind zunächst vorzufinanzieren und werden nach Abschluss der Weiterbildung anteilig erstattet.

    Ablauf der Antragstellung (Kurzüberblick)

    1. Kontaktaufnahme mit einer KOMPASS‑Anlaufstelle und Beratungsgespräch
    2. Auswahl einer passenden Weiterbildung
    3. Ausstellung eines Qualifizierungsschecks vor Maßnahmebeginn
    4. Durchführung der Weiterbildung und Vorfinanzierung
    5. Antrag auf Kostenerstattung im Förderportal
    6. Auszahlung des Zuschusses

    Hier findest du eine aktuelle Liste der KOMPASS-Anlaufstellen. Es gibt keine regionale Bindung.

    Wende dich zuerst an eine KOMPASS-Anlaufstelle, um den Ablauf und die erforderlichen Unterlagen zu besprechen. Nur so ist sichergestellt, dass alle Förderkriterien auch erfüllt sind und am Ende eine Bewilligung erfolgen kann.

    Häufige Fragen zur KOMPASS‑Förderung (FAQ)

    Was ist die KOMPASS‑Förderung?

    Die KOMPASS‑Förderung ist ein bundesweites Förderprogramm für Solo‑Selbstständige und Freiberufler. Sie unterstützt Weiterbildungen und Qualifizierungen, die das Geschäftsmodell sichern oder weiterentwickeln, mit bis zu 90 % Zuschuss.


    Wer kann die KOMPASS‑Förderung beantragen?

    Förderfähig sind Solo‑Selbstständige und Freiberufler im Haupterwerb, deren Selbstständigkeit seit mindestens zwei Jahren besteht, die in Deutschland leben und arbeiten und maximal ein Vollzeitäquivalent (1 VZÄ) an Mitarbeitenden beschäftigen.


    Wie hoch ist der Zuschuss bei KOMPASS?

    Die Förderung beträgt bis zu 90 % der förderfähigen Weiterbildungskosten. Maximal können 5.000 € netto angesetzt werden, was einem Zuschuss von bis zu 4.500 € entspricht.


    Welche Weiterbildungen sind über KOMPASS förderfähig?

    Gefördert werden Weiterbildungen mit mindestens 20 Stunden Umfang, die das Geschäftsmodell stärken. Typische Themen sind Digitalisierung, Online‑Marketing, betriebswirtschaftliches Know‑how, fachliche Spezialisierungen oder unternehmerische Kompetenzen.


    Sind Online‑Weiterbildungen über KOMPASS möglich?

    Ja. Online‑Weiterbildungen sind förderfähig, wenn sie interaktiv sind (z. B. Live‑Online‑Formate mit Austausch). Reine Selbstlern‑Videokurse ohne Betreuung oder Interaktion sind in der Regel nicht förderfähig.


    Kann ich die KOMPASS‑Förderung auch als Freiberufler nutzen?

    Ja. Freiberufler gehören ausdrücklich zur Zielgruppe des Programms, sofern sie im Haupterwerb selbstständig sind und die übrigen Voraussetzungen erfüllen.


    Muss ich die Weiterbildung vorfinanzieren?

    Ja. Die Weiterbildung wird zunächst vollständig selbst bezahlt. Nach Abschluss der Maßnahme und erfolgreicher Prüfung der Unterlagen wird der förderfähige Anteil erstattet.


    Wie oft kann ich die KOMPASS‑Förderung erhalten?

    Die Förderung kann einmal innerhalb von zwölf Monaten in Anspruch genommen werden.


    Darf ich die Weiterbildung vor Antragstellung buchen?

    Nein. Die Weiterbildung darf erst nach Ausstellung des Qualifizierungsschecks begonnen oder verbindlich gebucht werden. Ein früherer Start führt in der Regel zum Ausschluss von der Förderung.


    Wie lange läuft das Förderprogramm KOMPASS?

    Die aktuelle Laufzeit des Programms ist bis 29.02.2028 vorgesehen. Förderanträge sind innerhalb dieses Zeitraums möglich, solange Haushaltsmittel verfügbar sind.


    Wer entscheidet, ob meine Weiterbildung förderfähig ist?

    Die finale Entscheidung trifft immer die KOMPASS‑Anlaufstelle im Rahmen des Beratungsgesprächs. Maßgeblich ist, ob die Weiterbildung nachvollziehbar zur Stabilisierung oder Weiterentwicklung deines Geschäfts beiträgt.

    Fazit: Lohnt sich KOMPASS für Selbstständige?

    Für Solo‑Selbstständige und Freiberufler, die gezielt in ihre Qualifikation investieren wollen, ist KOMPASS eines der attraktivsten Förderprogramme in Deutschland. Die hohe Förderquote, der klare Fokus auf Solo‑Strukturen und die große thematische Bandbreite machen das Programm besonders interessant.

    Wer die Voraussetzungen erfüllt und die Antragsschritte korrekt einhält, kann Weiterbildungen mit bis zu 4.500 Euro bezuschussen lassen – ein echter Hebel für nachhaltiges Wachstum.

    Benötigst du Unterstützung bei der Recherche geeigneter Förderprogramme oder bei der Antragstellung, dann unterstütze ich dich gern dabei.

    Mehr Infos zum KOMPASS-Förderprogramm…

    Autorin: Kerstin Rettig, Inhaberin von unternehmbar. – 27.02.2026

  • DIY, DWY oder DFY – drei Service-Modelle im Vergleich

    DIY, DWY oder DFY – drei Service-Modelle im Vergleich

    • DIY (Do It Yourself): Der Kunde setzt das Projekt eigenständig mit Tools oder Anleitungen um.
    • DWY (Done With You): Dienstleister und Kunde erarbeiten das Ergebnis partnerschaftlich im Coaching-Format.
    • DFY (Done For You): Der Dienstleister übernimmt die komplette operative Ausführung als Full-Service.


    Für Freiberufler, Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen ist die Wahl des Modells die entscheidende Stellschraube, um Budget, Zeitaufwand und Fachwissen optimal zu gestalten. In diesem Artikel erfährst du, wie sich die drei Service-Modelle unterscheiden und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

    Die typische Problemstellung

    Freiberufler, Solo‑Selbstständige und kleine Unternehmen kennen das nur zu gut:
    Neben der eigentlichen fachlichen Arbeit müssen Organisation, Buchhaltung, Marketing, Vertrieb, Kundenkommunikation, IT, Personalthemen und strategische Entscheidungen erledigt werden.

    Viel zu viel Zeit wird mit Büroarbeit verbracht. Dabei wäre es wichtig, den Fokus wieder mehr auf die Kernkompetenzen, die fachliche Arbeit zu richten.

    Das Problem dabei ist nicht fehlender Wille oder mangelnde Kompetenz – sondern begrenzte Zeit und Energie. Wer alles selbst macht, arbeitet oft im statt am Unternehmen. Wer zu früh alles auslagert, hat das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder zahlt unnötig viel Geld.

    Die Lösung liegt nicht im „Alles-oder-nichts“, sondern in einer bewussten Entscheidung pro Aufgabenbereich. Drei Modelle haben sich dabei bewährt:

    • Do-it-Yourself (DIY)
    • Done-with-you (DWY)
    • Done-for-you (DFY)

    Diese Modelle lassen sich auf jeden Bereich anwenden – von Buchhaltung über Marketing bis hin zu organisatorischen Prozessen und der IT.

    Die drei Service-Modelle im Überblick

    1. Do-it-Yourself (DIY) – „Ich mache das selbst“

    Beim DIY-Modell erledigst du Aufgaben vollständig eigenständig, kaufst dafür Software oder buchst andere Tools, die dich bei der Umsetzung oder Problemlösung unterstützen.

    Typische Beispiele

    • Eigene Buchhaltung mit Software
    • Social-Media-Posts selbst erstellen
    • Webseite selbst erstellen und Texte schreiben

    Vorteile

    • ✅ Niedrige Kosten, maximale Kostenkontrolle
    • ✅ Volle Kontrolle über Inhalte und Entscheidungen
    • ✅ Tiefes Verständnis für ablaufende Prozesse
    • ✅ Hoher Lern- und Kompetenzaufbau

    Nachteile

    • ❌ Hoher Zeitaufwand
    • ❌ Gefahr von Fehlern (z. B. rechtlich oder steuerlich)
    • ❌ Fokusverlust in Bezug zur Kernleistung
    • ❌ Skalierung kaum möglich

    Geeignet, wenn …

    • das Thema überschaubar ist
    • du es regelmäßig brauchst
    • du Spaß daran hast oder es strategisch wichtig ist

    2. Done-with-you (DWY) – „Gemeinsam ans Ziel“

    Das DWY-Modell verfolgt einen hybriden Ansatz. Du wirst von einem Experten angeleitet, beraten oder begleitet, bleibst dabei aktiv eingebunden.

    Typische Beispiele

    • Marketing-Coaching mit Umsetzungsbegleitung
    • Einrichtung der Buchhaltungssoftware und Support im laufenden Betrieb
    • Digitalisierung im Büroalltag mit externer Beratung

    Vorteile

    • ✅ Wissenstransfer und Kompetenzaufbau
    • ✅ Weniger Fehler durch fachliche Begleitung
    • ✅ Du behältst die Kontrolle
    • ✅ Nachhaltige Lösiung

    Nachteile

    • ❌ Zeitaufwand bleibt (wenn auch geringer)
    • ❌ Kosten höher als DIY
    • ❌ Erfolg hängt von deiner Mitarbeit ab

    Geeignet, wenn …

    • du langfristig unabhängig sein willst
    • das Thema komplex, aber lernbar ist
    • du Qualität sichern willst

    3. Done-for-you (DFY) – „Mach du das für mich“

    Beim DFY-Modell gibst du Aufgaben komplett an Dienstleister ab, der dir ein fertiges Ergebnis liefert.

    Typische Beispiele

    • Steuerberatung & Lohnabrechnung
    • Agentur für Webdesign oder Performance-Marketing
    • Virtuelle Assistenz für Backoffice-Aufgaben

    Vorteile

    • ✅ Massive Zeitersparnis
    • ✅ Hohe fachliche Qualität
    • ✅ Eigener Fokus auf Kernkompetenzen
    • ✅ Gute Skalierbarkeit

    Nachteile

    • ❌ Höhere laufende Kosten
    • ❌ Abhängigkeit von Dienstleistern
    • ❌ Weniger Detailwissen
    • ❌ Abstimmungsaufwand

    Geeignet, wenn …

    • Fehler teuer oder riskant sind
    • es nicht zu deinem Kerngeschäft gehört
    • du schnell Ergebnisse brauchst

    Gegenüberstellung der drei Service-Modelle


    Kriterium
    DIYDWYDFY
    Zeitaufwandhochmittelgering
    Kostengeringmittelhoch
    Kontrollesehr hochhochmittel
    Lernfaktorsehr hochhochgering
    Skalierbarkeitgeringmittelhoch
    Risiko bei Fehlernhochmittelgering
    Fokus auf Kerngeschäftgeringmittelhoch

    Die entscheidende Frage ist nicht „Was ist besser?“

    sondern: Was ist für diesen Aufgabenbereich sinnvoll?

    Ein und dieselbe Person kann:

    • Marketing im DWY-Modell umsetzen
    • Buchhaltung im DFY-Modell auslagern
    • Kundenkommunikation im DIY-Modell behalten

    Willst du mehr wissen oder brauchst duUnterstützung, um für dich die richtige Entscheidung zu treffen –

    FAQ – Häufige Fragen aus der Praxis

    Muss ich mich für ein Modell entscheiden?
    Nein. Die Modelle sind kein Entweder-oder, sondern ein flexibler Werkzeugkasten.


    Kann ich später wechseln?
    Ja – und das ist sogar sinnvoll. Viele starten mit DWY und wechseln später zu DIY oder DFY.


    Ist DFY nicht „zu teuer“?
    Nicht, wenn du berücksichtigst, was dich deine eigene Zeit kostet.


    Ist DIY am Anfang nicht immer besser?
    Nicht zwingend. Gerade in sensiblen Bereichen (Steuern, Recht, IT-Sicherheit) kann DIY teuer werden.


    Was ist der häufigste Fehler?
    Alles selbst machen – ohne klare Prioritäten.

    Fazit: Struktur schafft Freiheit

    Erfolgreiche Selbstständige unterscheiden sich nicht dadurch, wie viel sie arbeiten, sondern wie bewusst sie entscheiden:

    • Was mache ich selbst?
    • Wo lasse ich mich begleiten?
    • Und was gebe ich vollständig ab?

    Wenn du diese Entscheidungen strategisch und regelmäßig triffst, gewinnst du nicht nur Zeit – sondern auch Klarheit, Qualität und unternehmerische Freiheit.

    Lass uns herausfinden, welches Modell für dich am besten passt –

    Autorin: Kerstin Rettig, Inhaberin unternehmbar. – 26.02.2026